Weibliche B: Holiday on Ice in Wennigsen

Die HSG on Ice. Was sich zu dieser Jahreszeit nach einer gelungenen Weihnachtsfeier anhört, war am letzten Samstag leider alles andere als Spaßig. Es war Heimspieltag der weiblichen B-Jugend und mit Tus Wettbergen sollte das Team anreisen, welches den Golden Girls der C-Jugend, die letzte Niederlage zugefügt hatte. Das Team war heiß und sann auf Rache. Und so trafen sich ein paar Mannschaftsmitglieder bereits lange Zeit vor dem Anpfiff, um noch ein paar Spielzüge durchzugehen und sie anständig warmzumachen. Doch bereits beim ersten Betreten der Platte wurde schon deutlich, dass die Bedingungen grenzwertig sind. Die Oberfläche des Hallenbodens, schon seit ein paar Wochen leicht rutschig, glich eher einer Straße mit Blitzeis als einem Sportboden, auf dem schnelle Richtungsänderungen durchgeführt werden können. Leichte Spielzüge und lockere Bewegungen waren zwar möglich, aber bei handballtypischen Bewegungen standen eher Gleichgewichtsübungen als Torwürfe auf dem Programm. Die Trainerteams diskutierten ernsthaft über den Ausfall des Spiels, da sie die Gesundheit der Spielerinnen als gefährdet ansahen. Nach Rücksprache des Schiedsrichters wurde aber auf Spiel entschieden.

Und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Wieder einmal mit etlichen Spielerinnen aus der C-Jugend verstärkt, trat die B-Jugend also gegen ihren „Angstgegner“ an. Ein besonderes Augenmerk wurde auf Ida Amelie Strube gelegt, die bereits in der letzten Saison zu den Toptorjägerinnen der Liga gehörte und auch jetzt wieder an der Spitze steht. Den Startschuss zur „Eisrevue“ gaben aber die Golden Girls ab. Charlotte Mensing erzielte mit einem schönen Wurf das 1-0. Die Freude währte nur kurz. Die Abwehr war noch nicht sortiert und nach einem schnellen Anwurf fiel keine halbe Minute später schon der Ausgleich. Nicht Ida Amelie Strube hatte blitzschnell geschaltet, sondern Jule Miller hatte den Ball im Netz versenkt. Schon bei diesen beiden Treffern merkte man aber, wie schwierig ein normales Handballspiel auf diesem Hallenboden ist. Beide Mannschaften hatten sowohl im Angriff als auch in der Abwehr extreme Schwierigkeiten und man merkte den Spielerinnen an, dass sie irgendwie gehemmt in ihren Bewegungen waren. Am ehesten schien Jule Miller mit den Verhältnissen klarzukommen. Sie konterte die nächsten beiden Treffer der Heimmannschaft von Issy Nolte und Charlotte Mensing jeweils postwendend und glich aus. Nach knapp sechseinhalb Minuten hatte Ida Amelie Strube ihre große Chance auf das erste Tor, sie scheiterte aber mit ihrem 7-Meter Wurf am Pfosten. Besser machte es Alissa Deike zwei Minuten später, die ihren Strafwurf verwandelte. Doch auch dieses und die nächsten Wennigser Tore wurden von den Gästen ausgeglichen und so schaffte es die HSG nicht, sich mit mehr als einem Tor abzusetzen. Wennigsen führte zwar immer, aber Jule Miller war nicht in den Griff zu kriegen. Fast schien es, als wollte sie sich frühzeitig den Titel der „Eiskönigin“ in diesem Spiel sichern. Aber als sie nach ca. 16 Minuten bereits ihr fünftes Tor erzielte, reichte es Trainerin Sabrina Deike endgültig und nahm eine Auszeit. Mit allen Mitteln wurde nun versucht, die Standfestigkeit zu verbessern. Neben dem feuchten Handtuch, welches seit Spielbeginn neben dem Feld lag, wurde nun das Beauty Case geplündert, um mittels Haarspray ein wenig mehr Grip auf die Schuhsohlen aufzutragen. Doch das Team aus Wettbergen hatte sich den Trick abgeschaut und zusätzlich wohl auch die bessere Haarspray Marke erwischt, denn nach dieser Auszeit drehte sich das Spiel. Während bislang immer die HSG Mädels geführt hatten, liefen sie ab jetzt einem Rückstand hinterher. Issy Nolte konnte zwar noch einmal ausgleichen, aber dann gab es einen 4-0 Lauf für Wettbergen und es ging mit 7:11 in die Kabine.

Vier Tore sind zwar nicht die Welt, aber nachdem man so lange gut mitgehalten hatte, war die Niedergeschlagenheit schon ein wenig zu spüren in der Kabine. Als jedoch der erste Frust abgeschüttelt war, fruchteten auch die aufmunternden Worte der Trainerin und es ging mit neuem Mut in die zweite Hälfte.

Aber leider blieb der erste eigene Angriff in der Abwehr hängen und auf der anderen Seite war es einmal mehr Jule Miller, die den Ball im Netz versenkte. Man hatte sich so viel vorgenommen und dann geht es gleich wieder in die andere Richtung. Das sorgte für Frust. Dann aber fasste Alissa Deike sich ein Herz und warf ein schönes Tor aus der zweiten Reihe. Leider fand aber Wettbergen an dem Tag immer wieder Lücken in der Wennigser Abwehr, die auf dem rutschigen Boden einfach keinen Halt fand und so fiel kurze Zeit später schon wieder ein Gegentor. Plötzlich aber hatte Torhüterin Lina Richter aber wieder vermehrt die Finger am Ball und konnte ein paar Gegentore verhindern. In der Folge konnte durch starke Aktionen von Henrike Mensing und Neomi Köster das Spiel wieder etwas offener gestaltet und der Rückstand konnte Stück für Stück abgebaut werden. Die Gäste wollten mit einer Auszeit den Lauf der Golden Girls stoppen, erzielten aber das genaue Gegenteil. Durch einen Doppelschlag von Henrike Mensing fiel folgerichtig der Ausgleich. Als dann Issy Nolte nach einem Traumpass über den ganzen Platz von Jule Weschen das 17-16 für die HSG erzielte, schien das Spiel endgültig gekippt zu sein. Aber leider hatten die Mädchen vom Deister die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Schnell wurde der Ausgleich erzielt. Als dann auch noch auf der Heimseite ein 7-Meter verworfen wurde und die Gäste wieder in Führung gingen, war einfach keine Kraft mehr da, um nach der großen Aufholjagd nochmal dagegenzuhalten. Es wurde zwar noch gekämpft, aber der Boden meinte es an dem Tag auch einfach nicht gut mit dem Handball vom Deister. Die letzte Auszeit der Heimmannschaft fünf Minuten vor dem Ende verpuffte ohne nennenswerten Erfolg und der verwandelte 7-Meter kurz vor dem Ende brachte nur noch Ergebniskosmetik. So stand es am Ende 19-21 für die Gäste.

Im Fazit kann man den Tag nur als gebraucht betrachten. Einzig positiver Effekt ist nur, dass sich keiner Verletzt hat und die Spielerinnen der C-Jugend fit für das Spitzenspiel am nächsten Tag sind. Der Boden war in der Art eine Gefahr für die Mannschaften. Auch wenn der Sieg der Wettberger nicht unverdient war, so hat doch die Mannschaft gewonnen, die ihr Gleichgewicht besser im Griff hatte. Für weitere Spiele muss man sich mit Sicherheit etwas überlegen, bevor sich doch noch jemand verletzt. Außerdem scheint ein kleiner Angstgegner herangewachsen zu sein.

Für die Golden Girls spielten: Lina Richter (Tor), Neomi Köster (5), Henrike Mensing (5), Charlotte Mensing (4), Issy Nolte, (3), Alissa Deike (2), Elif Franke, Alina Graber, Jule Weschen und Ida Hörentrup.

Mehr Informationen zur Handballjugend der HSG Wennigsen/Gehrden gibt es unter:

hsg-handballkids.bplaced.net

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