Weibliche B I: HSG Wennigsen/Gehrden vs SG Luhdorf/Scharmbeck
Angekommen
Während der Plan ist, in Auswärtsbegegnungen, in der Regel mit 10 Spielerinnen aufzulaufen um dann auch allen, die mitgefahren sind, Spielzeit geben zu können, wird in Heimspielen aufgestockt. Sara und Luisa aus der B II saßen mit auf der Bank dazu Lucy, Adina und Lorena, die alle noch für die C-Jugend spielberechtigt sind. Adina hatte sich leider beim Aufwärmen ein wenig an der Schulter verletzt, so dass kein Risiko eingegangen wurde Sie sollte dann doch lieber geschont werden. Alle anderen sollten aber ihre ersten Spielminuten in der Landesliga erhalten. Der Tag fing für Coach Köster gut an. Der Mannschaftsrat der Golden Girls konnte sich im Vorfeld noch nicht auf einen Strafenkatalog einigen. Sonst wären da wohl die ersten Taler wegen Unpünktlichkeit fällig gewesen. So muss das Strafenschwein (oder was auch immer es werden wird) noch ein wenig ohne Futter auskommen. Während in der Vorwoche noch halbe Rückraum mit Lotti, Rike und Neomi fehlte, konnte Coach Köster immerhin auf die beiden Toptorjägerinnen Neomi und Rike zurückgreifen. Auf Lotti muss er noch 1-2 Wochen verzichten und zusätzlich fehlte Alissa in diesem Spiel. Doch durch die starke Bank in diesem Spiel wuchsen beim Trainer keine neuen grauen Haare.
Nach nur einer Minute stand es schon 1-1 und es war der Vorgeschmack auf ein rasantes Spiel. Die Gäste gingen zwar früh in Führung, aber Neomi schaffte schnell den Ausgleich und erzielte somit das erste Heimtor der Golden Girls in der Landesliga. Völlig untypisch für sie, nicht mit einem schnellen 1:1, sondern per Einläufer nach einer schönen Vorlage von Rike. Gerade mal eine halbe Minute später war es wiederum Neomi, die mit dem 2-1 die erste Führung erzielte. Nach einigen vergebenen Chancen war es dann Rike, die „ihren“ Tag eröffnete. Mit dem 3-1 stellte sie auf +2 und erzielte ihren ersten Landesligatreffer für die Deistermädels. Für Badenstedt hatte sie in der Letzten Saison bereits 31 Tore erzielt, aber da war noch C-Jugend zusammen mit Hannah, die zu den drei Toren aus dem letzten Spiel, auch schon 8 Landesligatore aus der letzten Saison für die C-Jugend „auf dem Buckel hat“. In den nächsten Minuten konnten die Luhdorferinnen das Spiel zwar weiter spannend halten, aber für jeden „Daheimgebliebenen“ sah der Live Ticker auf „NuLiga“ kaputt aus. Oder zumindest der Sekretär am Computer in der KGS-Halle noch beschwipst vom Vorabend. Egal, wer die Tore der Gäste erzielte, für die Heimmannschaft tauchte immer nur eine Nummer auf. Es tauchte immer der gleiche Name auf.
3:1 12 Mensing, Henrike
4:2 12 Mensing, Henrike
…
12:10 12 Mensing, Henrike
13:10 12 Mensing, Henrike
Insgesamt 11x tauchte der Name im Spielbericht, bis Minute 25, als Torschütze auf. Und als würde das nicht reichen, mogelte sie sich auch noch mit einer Verwarnung und einer 2-Minuten Strafe in die offiziellen Statistiken. Kurios ihre Strafzeit. Nach einem Tempogegenstoß erzielte sie mit einem schönen Wurf das 10-7 von halblinks. Da sie aber beim Zurücklaufen bereits in der Hälfte der Gegner auf „ihre“ rechte Seite wechselte, störte sie damit, in den Augen des Schiedsrichters, den Gegenstoß der Gäste und verdiente sich somit die Strafe. Wenn das Edelfan und Superschieri Rüdiger gesehen hätte, der in diesem Spiel nicht auf der Tribüne war. Es waren einfach die 22 Minuten der Henrike Mensing. Das aber auch sie in dieser Halbzeit keine Maschine war, erkannte man daran, dass sie einen 7-Meter verworfen hat. Den tatsächlich nicht einfach nur daneben geworfen, sondern tatsächlich mit dem Fuß übergetreten, was die Fans aus dem Gästeblock auch lauthals jedem mitteilten. Aber wer will bei einer solchen Leistung mit Kritik um die Ecke kommen. Überspringen wir also die Minuten 3-25, denn sie sind schnell erzählt. Es war die Minuten, in denen ganz viele Hasen gegen einen kleinen Igel spielen. Egal wohin die Hasen gelaufen sind, der Igel war schon da. Aber da es eben ganz schön viele Hasen waren, ließen sie sich nicht abschütteln und so stand es trotz der guten Leistung von Rike halt „nur“ 13-10. Und jeder, der schonmal einem Handballspiel beiwohnte, weiß, dass drei Tore sehr schnell aufgeholt sind.
Trotz aller lobenden Worte fand Sven auch wieder einige Punkte der Kritik. In der Offensive zu sehr von Rike abhängig und in der Abwehr Jolina zu oft alleine gelassen, gab es Stellschrauben, an den er gerne drehen wollte. Eine offensivere Deckung sollte die Angriffe und somit die Würfe weiter weg vom Tor halten und die Spielweise etwas variabler gestalten.
Die nächste Halbzeit begann. Hannah biss auf die Zähne, auf die sie in der ersten Halbzeit noch gefallen war und konnte nach ihrer Auswechslung in Halbzeit eins nun wieder auf der Platte stehen. Nun wandelte sich das Spiel. Die Anpassungen von Sven griffen. Nicht nur dass die Abwehr plötzlich besser stand und dadurch auch Jolina besser glänzen konnte, auch die Torschützen trugen auf einmal andere Namen und der Vorsprung wuchs im Laufe der nächsten Minuten immer weiter an. Zu Rike gesellten sich in dieser Zeit nun auch Gidsel, Ida und Hannah als Torschützen. Da Jolina nun auch die Würfe der Gäste von außen besser im Griff hatte, wurde aus dem 13-10 zur Pause, ein 21-13 nach nur acht gespielten Minuten in Halbzeit zwei. Dieser Vorsprung gab Sven die Möglichkeit, auch anderen Spielerinnen die ersten Spielminuten in der Landesliga zu geben. Nachdem Lucy bereits zu Beginn der ersten Halbzeit auf der Platte stehen konnte, sammelten so im Laufe des Spiels auch Sara, Lorena und Luisa ihre ersten Erfahrungen in der Landesliga. Wenn man ihnen vor einem Jahr gesagt hätte, dass sie nur 12 Monate später in der Landesliga zum Einsatz kommen, hätten sie es wahrscheinlich nicht geglaubt. Ihre ersten Schritte waren zwar noch zaghaft und von ein wenig Nervosität geprägt, aber wir haben gesehen, dass dort ein guter Unterbau heranwächst, auf den man immer wieder zählen kann. Beim Stand von 19-13 nahm der entnervte Gästetrainer eine Auszeit, um sein Team neu einzustellen, aber wie oben bereits erwähnt, fielen die nächsten beiden Tore wieder für die Truppe vom Deister. Erst danach schafften die, weit angereisten Mädels, sich ein wenig zu stabilisieren und kämpften sich wieder ein wenig heran. Besonders die 33 ging in dieser Phase voran und fand ein ums andere Mal die Lücken in der Abwehr und erzielte einige Tore. Diese Aufholjagd gipfelte in einem 3-0 Lauf, der die Gäste bis auf vier Tore heranbrachte. 23-19 stand es nach knapp 42 Minuten. Doch dann zündeten die Golden Girls wieder, starteten ihrerseits einen 4-0 Lauf und erstickten somit alle Hoffnungen der Gäste auf einen Punktgewinn. Auch wenn mit dem Beginn der zweiten Halbzeit das Gefühl des, nicht mehr zu nehmenden, Sieges immer größer wurde, so machten diese fünf Minuten den Sack den Sack endgültig zu. In den letzten Minuten konnte der Vorsprung um ein weiteres Tor ausgebaut werden, so dass es 29-20 auf der Anzeigentafel stand, als der Schiedsrichter zum letzten Mal an diesem Tage in seine Pfeife blies.
„So sehen Sieger aus“ schallte es kurze Zeit später aus dem tanzenden Kreis auf der Platte. Nach der recht hohen Niederlage am ersten Spieltag waren alle froh, dass dieser Siegestanz bereits am zweiten Spieltag stattfinden konnte. Man kann in der Liga mithalten und wird wohl nicht abgeschlagen am Tabellenende landen. Es muss zwar jede Partie erst gespielt werden, aber dieser Auftritt macht Mut für die Zukunft. Besonders die zweite Halbzeit hat aber auch gezeigt, dass dieses Team keineswegs ein „FC Rike“ ist. Als, in der ersten Halbzeit, alle Bälle in ihre Hände gespielt wurden, führten die Golden Girls mit +3. Als Sven aber das Team in Halbzeit zwei neu eingestellt und sich das Spiel auch auf andere Spielerinnen verlagert hatte zeigte sich die wahre Stärke der Mannschaft. Man wurde variabler, die Torschütze auch andere und die zweite Halbzeit gewannen die Spielerinnen mit +6. Auch wenn natürlich die Leistung von Rike in diesem Spiel ihresgleichen sucht und so vielleicht nicht zu wiederholen ist, so zeigt sich, dass keine Spielerin auf Dauer alleine Siege einfahren kann. Geiles Spiel Rike, aber wenn Du nochmal einen 7-Meter so vergibst, musst Du trotzdem einen Kuchen backen 😉
Schönen Dank an die netten Gäste aus Luhdorf/Scharmbeck. Von Anfang bis Ende ein nettes Miteinander. Wir hoffen, dass die Rückreise angenehm war und es keinen Stau gab. Wir freuen uns auf den Besuch bei euch und hoffen auf den angekündigten Kuchen 😉
Auch wenn die Unterstützung auf der Tribüne noch nicht so war wie im letzten Jahr, so hoffen wir doch, dass sie im Laufe der Saison noch zunehmen wird, wenn die einzelnen Teams noch etwas mehr zusammengewachsen sind und die Jugendarbeit der HSG etwas bekannter wird. Besonders gefreut wurde sich aber über die Unterstützung der Damen, die das Team immer wieder lautstark anfeuerte. Sie haben am Sonntag, nach dem Aufstieg im letzten Jahr, ihren ersten Auftritt in einer neuen Liga. Dafür auch viel Glück von der weiblichen Jugend. Das nächste Spiel der weiblichen B I ist eine Woche später in Eyendorf. Da der Anwurf für 11 Uhr geplant ist, wird man bei ca. 90 Minuten Anreise wohl früh aufstehen müssen. Da wird wohl das eine oder andere Kuscheltier mit in die Autos kommen und als Kopfkissen für ein kleines Nickerchen während der Fahrt dienen. Als Ehrengast wird wieder „Herr Dörie“ erwartet. Außerdem wird es die erste Erfahrung mit der sagenumwobenen „Patte“ sein. Eyendorf scheint eine Mannschaft zu sein, die mit Harz spielt. Schauen wir, was unsere Mädels aus diesem Umstand machen werden. Trotz dieses Handicaps ist die Vorfreude bei einigen riesig. Endlich spielen wie die „Großen“.
Für die Golden Girls Spielten: Jolina (Tor), Rike (17), Neomi (6), Ida (2), Gidsel (2), Hannah, (1), Jule (1), Lucy, Sara, Leni, Luisa, Adina und Lorena
Weitere Informationen zur HSG Jugend findet ihr auf: HSG Wennigsen/Gehrden Handballjugend
