Weibliche C: HSG Wennigsen/Gehrden vs SG Börde Handball

Systemwechsel

Durch die unschöne Verletzung von Issy ist das gleichnamige System ja in sich zusammengebrochen, wenn nicht gar implodiert. Das Ergebnis von 6-46 aus der Vorwoche spricht eine deutliche Sprache. Aber so ist es nun mal, wenn in einem Auto der Motor fehlt, bewegt es sich nicht mehr so wirklich. Doch nun ist eine Woche rum und ein wenig konnte das Team sich auf die neue Situation einstellen. Ok, eine Trainingseinheit reicht nicht um die Welt zu retten und wenn nicht alle da sind, ist es auch schwierig, aber ohne Probleme ist das Leben ja auch langweilig.  So also standen die 10 unerschrockenen Mädels der C-Jugend vor der Aufgabe, die ebenfalls schmerzhafte Pleite aus dem Hinspiel vergessen zu machen. Als zusätzliche moralische Unterstützung Issy und Emma mit auf der Bank. Neomi sammelt Erfahrung am Kampfgericht und so kann es dann losgehen.

Leider erwischte das Team von CC Haenel auch dieses Mal keine guten Start und fast schien es, als würde die Vorwoche sich wiederholen. Doch während es damals noch gute 10 Minuten bis zum ersten eigenen Treffer gedauert hat, gab es dieses Mal „bereits“ nach sieben Minuten den ersten Grund zur Freude. Oder zumindest für irgendeine Empfindung, die einen positiven Anschein hat. Es dauert halt, bis neue Systeme greifen und so stimmte es weder in der Abwehr noch im Angriff so richtig. Torhüterin Nele konnte einem wiederholt leidtun, aber sie wurde für jede Parade gefeiert. Aber zumindest gab es in der besagt siebten Minute einen Treffer durch Adina. Im Spielprotokoll vergessen als ein solcher zu vermerken, war es ein verwandelter 7-Meter von. Also unverkennbar eine Steigerung zum letzten Spiel. Passend zur siebten Minute und dem 7-Meter, hatten die Gäste zu diesem Zeitpunkt auch bereits sieben Tore erzielt. Die hochbegabten unter uns können es aus dem Text entnehmen, es steht 1-7. Nun dauert es auch gar nicht mehr lange und Greta schafft den zweiten Treffer. 2-8 nach neun Minuten. Evtl. fangen die Deistermädels sich ja ein wenig. Leider dreht Börde danach ein wenig auf und erzielt einen 9-0 Lauf. Hui, dass war schon ein wenig heftig. Es sind zwar immer wieder gute Szene zu sehen, aber sie bleiben leider Stückwerk und führen selten zu guten Tormöglichkeiten. So geht dann auch im Frust ein wenig unter, dass das Tor zum 3-17 in der 17. Minute von Vayla erzielt wird. Ihr Premierentor. Die Wissenden unter den Zuschauern bejubeln den Treffer ganz besonders. Und es sind sich alle sicher, dass der kleine Wirbelwind seinen Weg machen und bald weitere Treffer erzielen wird. Sie ist schließlich noch nicht lange dabei und schafft es immer wieder, sich auch gegen größere und erfahrenere Spielerinnen gut in Szene zu setzen. An der Wurfkraft mangelt es noch ein wenig, aber das ist reine Fleißarbeit im Training. Das wird. Die Zuschauer reiben sich die Augen, als dem Heimteam dann sogar auch noch der nächste Treffer gelingt und der Name Nolte als Torschützin im Spielbericht auftaucht. Nein, leider kein Blitzheilung von Issys Bruch, der wohl doch kein Bruch ist. Aber das ist eine andere Geschichte aus dem deutschen Gesundheitssystem. Stattdessen hat Leone, die Toptorjägerin der Regionsklasse der D-Jugend zugeschlagen, die nicht nur zufällig den gleich Namen trägt. Ist sie doch die jüngere Schwester von Issy. Welch in Talent in dieser Familie. Woher sie das bloß haben. Muss eine Generation übersprungen haben 😉 Gelingt nun die Aufholjagt? Leider sind wir nicht im Kino und die (durch Issys Ausfall) Toptorjägerin der C-Jugend Liga schlägt eiskalt 3x zu und so geht es mit 4-21 in die Kabine.

Unverkennbar eine Steigerung, denn letzten Woche stand es zum gleich Zeitpunkt bereits 4-23. Also schon zwei Tore besser. Und dort hatte man die ersten Minuten noch mit Issy gespielt. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Ist er auch noch so klein. In dieser Geschichte führen die nächsten Schritte dann wieder zurück auf die Platte.

Wie schon erwähnt, bekamen die Zuschauer auch immer wieder schöne Ansätze zu sehen. Besonders Sienna zeigt einige schöne Pässe und auch Sprungwürfe. Leider fehlte auch da oft ein wenig Wumms oder Abstimmung, aber das sah manchmal wirklich gut aus. So war es dann auch Sienna vorbehalten, den ersten Treffer für die Golden Girls der C-Jugend in Halbzeit zwei zu erzielen. Es war das 5-22 in Minute 27. Leider reihten sich dann wieder katastrophale Abspielfehler aneinander so dass auch diese Halbzeit klar an die Gäste ging. Auch wenn es den Protagonistinnen von Gegentor zu Gegentor schwerer gefallen ist, sich zu motivieren, gab das Team nicht auf und suchte weiter seine Chancen. Viel gefunden haben sie zwar nicht aber um das Ergebnis ging es auch schon lange nicht mehr. Es musste ein wenig Sicherheit für die einzelnen Spielerinnen gefunden werden und die Absprachen weiter optimiert. Schließlich kommen auch wieder leichtere Gegner. Dann will man von den Erfahrungen profitieren und wieder siegen. Mira war das Glück nach ihrem Tor in der Letzten Woche zwar nicht wieder hold, aber auch sie konnte noch die eine oder andere Torchance für sich verbuchen. Nach drei weiteren Treffern von Leona und einem Tor von Adina, gab es dann den emotionalen Höhepunkt der zweiten Halbzeit. Lotta, im letzten Jahr noch die Stammtorhüterin des Meisterteams der Regionsoberliga, hat sich ein neues Betätigungsfeld gesucht und absolviert die ersten Minuten als Feldspielerin. Wie nicht anders zu erwarten, setzt sie gleich eine Duftmarke und holt sich ihre erste gelbe Karte ab. Mich dünkt, da wächst ein zweiter Gidsel (ich befürchte, für die Bemerkung bekomme ich noch Ärger…) heran? Vielleicht war ein auch einfach nur ein wenig Übermut. Aber sie läuft über das Feld wie ein kleiner Wildfang und wird wohl nicht wieder zurück ins Tor kehren. Aber da haben wir ja auch mit Jule M. und Nele zwei talentierte Spielerinnen, die mit Training immer besser werden. Aber zurück zu Lotta. Der Höhepunkt war nicht die gelbe Karte, sondern der Wurf knapp drei Minuten nach der Verwarnung. Er schlägt hinter der verdutzen Torhüterin ein und Lotta hat gleich im ersten Feldeinsatz ihren Premierentreffer erzielt. Da haben wenigstens Vayla und Lotta was zu feiern. Ob es Kuchen geben wird? Da es 10-30 steht, fällt der Jubel nicht so groß auf dem Feld aus, aber die nächsten werden mehr gefeiert. Dann auch mit der Mama auf der Tribüne 😉 So geht dieser Treffer, wie auch die anderen Heimtore, ein wenig in der Flut der Gegentreffer unter. Die letzten 10 Minuten gehören wieder nur noch den Gästen. Einzig Melina (die letztes Mal wirklich ein wenig geschmunzelt hat) gelingt noch ein Treffer, so dass die Partie mit 11-39 verloren geht.

Kein schönes Ergebnis und mittendrin hat man mit noch schlimmeren gerechnet, aber die Mädels haben sich zusammengerissen und nicht aufgegeben. Wie gesagt, die guten Ansätze sind zu sehen, aber sie müssen mehr werden. Was man durch viel Training erreichen kann, hat auch der Gegner gezeigt. Gingen sie letztes Jahr noch beide Male als Verlierer vom Platz, konnte man die enorme Weiterentwicklung feststellen. Auch wenn es schwierig wird, da kommen unsere Mädels auch noch hin. Was die Verletzungen angeht, ist es halt auch ein kleines Seuchenjahr. Wenn Anfang 2024 alle wieder an Bord sind, werden alle die Erfahrungen aus den letzten Spielen mit einbringen können und dann wieder mit Issy zusammen die nächsten Punkte einfahren. Das auch ein solches Spiel Spaß machen kann, zeigten die roten Wangen von Lotta, die trotz allem und ein wenig außer Atem strahlte und sagte: „Mir hat es Spaß gemacht!“ Und darum geht es beim Hobby. Und wenn sich die Ergebnisse weiter linear so entwickeln, dann gibt es schon im Januar 2024 den nächsten Sieg. Dann macht es noch mehr Spaß.

Für die C-Jugend der Golden Girls spielten: Nele und Jule M. (Tor), Leona (4), Adina (2), Sienna (1), Vayla (1), Melina (1), Greta (1), Lotta (1) und Mira

 

Weitere Informationen zur HSG Jugend findet ihr auf: HSG Wennigsen/Gehrden Handballjugend

 

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