Weibliche D: JSG GIW Meerhandball II vs HSG Wennigsen/Gehrden
Auf zum letzten Tanz
Von Torben Weschen und Maike Susnik
Das finale Spiel des Jahres 2023 sollte die kleinen Golden Girls an ein ebenso kleines Meer führen. Das in Steinhude war das Ziel, wo die zweite Mannschaft der GIW Meerhandball sie empfangen wollte. In den Tagen zuvor herrschte allerdings eine gewisse Unruhe in der Vorbereitung. Mal wieder ein Auswärtsspiel – die Spielzusagen erfolgten eher kleckerweise und dann die Hiobsbotschaft, dass CCHaehnel mit positivem Coronatest zuhause saß. Auweia! Am späten Sonntagvormittag war der zweite Strich aber zum Glück verschwunden und eine spielfähige Mannschaft mit neun richtig motivierten Akteurinnen machte sich samt Trainergespann und Fangemeinde auf den Weg zur Spielstätte nach Großenheidorn. Die Fahrtzeit von gut 40 Minuten verbrachten einige Mädels damit, ein wenig über das kommende Spiel zu philosophieren und entwarfen Spielzüge, wie „Two-on Two“ und „Robin Hott“. Wie diese wohl aussehen und wann sie zum Einsatz kommen werden? Immerhin gilt man jetzt nicht mehr als Außenseiter, sondern wird in den fremden Hallen, noch verlustpunktfrei, meistens schon mit leichter Ehrfurcht begrüßt. Vielleicht Zeit, um die Spiele mit etwas mehr Finesse zu würzen?
Leider ist das Team beim Anpfiff aber gedanklich wohl noch im Auto. Zumindest nicht voll bei der Sache und so gelingt dem Heimteam das 1-0 obwohl wir den Anwurf hatten. Ärgerlich. Aber vielleicht brauchte das Team diesen „Weckwurf“? Leona, jetzt hellwach, erzielt dann auch postwendend den Ausgleich. Aha, es geht also auch ohne den Ball zu verdaddeln. 1-1 und das Kampfgericht hat sich noch nicht richtig sortiert, als schon die nächsten Tore fallen. Das hat leider eine Verwirrung zur Folge, die etliche Kilometer weiter nördlich für Freude sorgt. Luise wird als Torschützin geführt. Leider ein Irrtum. Das Kampfgericht hat die Rückennummern verwechselt und auch wenn Luise jetzt auf alle Zeit in dem Spielbericht als Torschützin aufgeführt wird, so muss sie leider, bis zu ihrem ersten Tor, noch warten. Torben, gerade in Hamburg weilend, gratuliert der Mutter bereits zu diesem Erfolg, wird aber leider eines Besseren belehrt. Ok, dann eben im nächsten Spiel! Der Nachname verpflichtet schließlich. 😉Das Tor zählt aber trotzdem, wie auch die nächsten beiden Tore von Layal und Maya, so dass es durch diesem 4-0 Lauf nach vier Minuten 4-1 für uns steht. Läuft! Die tolle Truppe lässt sich auch durch den nächsten Gegentreffer nicht aus der Vorweihnachtsruhe bringen, erzielt durch Layal und 2x Leona gleich drei weitere Tore und erhöht den Vorsprung. Da sie im Schnitt in jeder Spielminute einen Treffer erzielen, steht es somit nach sieben Minuten 7-2. Tor drei des heimischen Teams beantwortet wieder Layal mit einem tollen Durchmarsch durch die gegnerische Abwehr und kommt damit schon auf drei Tore in diesem Spiel. Jetzt haben die heimischen Trainer genug gesehen und nehmen die erste Auszeit. Kurzzeitig haben sie mit dieser Spielunterbrechung auch Erfolg und ihre Mädels schaffen die ersten zwei Treffer in Folge, mit denen sie auf 5-8 nach gut 13 Minuten verkürzen. Doch es läuft bei der Truppe von CCHaenel und Maestra Maike. Nach vorne gepeitscht von den zahlreich mitgereisten Fans und den gemalten Plakaten, erzielen Leona und Layal nochmal zwei Treffer. Wir führen wieder etwas beruhigender mit 10-5. Lina von Meerhandball wird zwar sehr gut gedeckt, ist aber weiter quirlig und schafft es immer mal wieder sich der guten Abwehr zu entziehen. Sie wirft in den nächsten zwei Minuten ebenso viele Tore. Da mittlerweile aber sogar die ersten Spielzüge funktionieren („Two-on-two“ lässt grüßen!), wird der Vorsprung weiter erhöht und vor dem achten Treffer von Meerhandball, schraubt die Achse Layal, Maya und Leona unsere Trefferanzahl auf 14. Den Schlusspunkt in Halbzeit eins kann natürlich Leona setzen und das Team geht mit 15-8 in die wohlverdiente Pause.
Durchschnaufen und freuen. Das war ja mal richtig gut! Auch wenn es nur drei Torschützinnen gibt, wird das Zusammenspiel des Teams immer besser und man sieht den Spaß der Mädels. Doch wie bei den „Großen“, wird in der D-Jugend immer noch ein wenig das Kreisanspiel vernachlässigt, aber auch das muss erst gelernt werden und ist keine Absicht.
Also, zack, wieder rauf auf die Platte und weiter Spaß haben. Bei so einem Vorsprung kann man mal was ausprobieren und in der Mannschaft etwas rotieren. Ein wenig leidet der Spielfluss danach, aber wenn man sich zu sicher ist, kann das mal passieren. Schon Tim Bendzko singt: „Ich bin ja keine Maschine“. Trotz der erneut gut aufgelegten Charlotte im Tor, erzielen die „Meermädchen“ den ersten Treffer in den zweiten 20 Minuten und verkürzen auf 9-15. Auch wenn die Nervosität Luise den ersten Treffer verwehrt hat, so ist die große Schwester doch ein wenig stolz, als sich die erste Verwarnung abgeholt wird. Richtig, sich nicht den Schneid abkaufen lassen und dem Gegner zeigen, wer hier die Frau im Hause ist. Also gelbe Karte für Luise und danach belohnt sich Leona und unterstreicht die Richtigkeit ihrer Entscheidung, dem Weihnachtsessen der Familie etwas später beizuwohnen und erstmal Handball zu spielen. Drei Minuten, drei Tore. Ruckzuck ist aus dem 15-9 ein 18-9 geworden. Spielminute 27 und weiterhin eine Menge Zeit für das Wirbeln auf der Platte. Doch plötzlich häufen sich Abspielfehler und das mit dem Fangen war auch schon mal besser. Nach vorne läuft also jetzt etwas weniger, aber die Abwehr steht auf fast allen Positionen richtig, richtig gut in dieser Phase. Wieder zeigt sich, wie schnell die Mannschaft die Trainingsinhalte im Spiel umsetzen kann. Besonders unsere Neuzugänge Luise, Isabell und Lilli haben ihrer Gegnerinnen nun im Vergleich zum letzten Spiel jetzt viel besser im Griff und schieben sie in bester Tanzmanier, Hand an der Schulter und andere Hand an der Hüfte, gekonnt aus den torgefährlichen Bereichen. Wenn doch mal eine Gegenspielerin zum Abschluss kommt, steht da Charlotte „Chucky“ im Tor und fischt die Bälle weg. So dauert es fast sechs Minuten, bis wieder eine Veränderung auf der Anzeigentafel sichtbar wird. Layal erzielt ihren fünften Treffer in diesem Spiel und stellt damit ihren Rekord aus der Vorrunde gegen Basche ein. 19-9. Noch sind knapp sieben Minuten zu absolvieren. Dies wäre genug Zeit, um einen neuen persönlichen Rekord aufzustellen. Doch das ist in diesem Spiel nicht so wichtig und so sieht Layal immer wieder ihre Mitspielerinnen und spielt sie uneigennützig an. Treffer resultieren daraus tatsächlich nicht mehr aber das Zusammenspiel wird weiter gesteigert. Allerdings hat sich die Abwehr der heimischen Mannschaft ebenfalls weiter gesteigert und lässt nur noch selten etwas zu. Das 19-10 für Meerhandball fällt zwei Minuten vor dem Ende und als sich alle mit diesem Endergebnis abgefunden haben, holt Maya nochmal ihre rechte „Klebe“ raus und feuert den Ball oben ins gegnerische Eck. 20-10. Ein schöner Abschluss des Spiels, des Tages und des Jahres 2023.
Da wurde den Fans richtig was geboten. Aber nicht nur das Spiel war spannend, auch das Umfeld hat dieses Mal gestimmt. Es war harmonisch. Dies hat dazu beigetragen, dass die Kinder ihr Hobby mit Freude ausüben konnten. Das Team und die mitgereisten Fans sind begeistert und feiern. Es gab zwar einen „Verlierer“ aber das gehört zum Sport dazu. Viele werden bestimmt wieder kommen, um diese Mannschaft und deren Entwicklung weiter zu begleiten. Bei uns wächst gerade richtig was zusammen und lässt die HSG weiter frohen Mutes in die Zukunft schauen. Aus der kleinen, verschüchterten Truppe des Vorjahres, die in der gemischten Liga regelmäßig mit hohen Niederlagen nach Hause geschickt wurde und zurückzog, ist eine kleine Erfolgsgeschichte geworden. Sie alle haben durchgehalten und sind dabeigeblieben. Jetzt zahlen sich die regelmäßigen Trainingseinheiten aus und die Ernte wird eingefahren. Freuen wir uns auf das Jahr. Es wird spannend. Erst kommt es gegen Basche zum Nachbarschaftsduell und dann geht es nach Alfeld zum Spitzenspiel. Aber nun heißt es erstmal unterm Weihnachtsbaum sitzen und die kommenden Tage so richtig genießen. Wir sehen uns wieder im neuen Jahr.
Für die D-Jugend der Golden Girls spielten: Charlotte (Tor), Leona (10), Layal (5), Maya (4), Meret, Isabell, Lilli, Emely und Luise
Weitere Informationen zur HSG Jugend findet ihr auf: HSG Wennigsen/Gehrden Handballjugend
