Weibliche D: SV ALfeld vs HSG Wennigsen/Gehrden

Uns schwante es

Die Handball-Enthusiasten und Fans der HSG Wennigsen blicken heute in Richtung Alfeld. Dort findet DAS Spitzenspiel der Regionsklasse WJD St. 3 statt. Zwei verlustpunktfreie Teams treffen aufeinander. Doch vor dem Spiel gab es wieder einmal eine abenteuerliche Anreise. Auch wenn man einen Krimi gelesen hätte, hätte es nicht spannender sein können. Navis waren verwirrt und Ordnungshüter versuchten mit mobilen Blitzern, die Kaffeekassen für die nächsten Abteilungsfeiern zu füllen. Aber nichts von alledem konnte die D-Jugend aufhalten auf dieser Reise. Wenn die nicht plötzlich in einem Gewerbegebiet geendet hätte. Keine Halle in Sicht. Aber auch für diese Probleme wurden Lösungen gefunden. Entdeckt wurde nämlich dann doch noch ein kleiner Weg, der aus dem Dickicht von Gabelstaplern und Fabrikgebäuden herausführt und die Handballhalle auftauchen ließ. Mit Ankunft an dieser Spielstätte, nähern sich die langen „Urlaubsreisen“ am Wochenende auch langsam den Ende. In der Hinrunde wurde die meisten Auswärtsfahrten gemeistert und nach dem Wochenende steht nur ein Besuch bei den Nachbarn aus Barsinghausen an und ein kleiner Abstecher nach Elze. Ansonsten nur noch Heimspiele. Hossa, diese Aussicht macht doch Spaß.

Aber nun ein Blick auf das Spiel und beim Blick auf die Torschützenliste der Liga schwante es allen Beteiligten. Die Schwantes Schwestern wollten für Furore sorgen. Ganz vorne steht zwar weiterhin der Name Nolte und auch Alhaj und Susnik pirschen sich langsam ran, aber unter Alfeld steht nun mal Schwantes ganz weit vorne. Und davon gleich zwei. Man war also gewarnt. Die Warnung bewahrte aber bei Weitem nicht vor weiteren Überraschungen. Auch in unserer Mannschaft gibt es einige Größenunterschiede, doch dass die Trainerin von Alfeld schon fast zu ihren Spielerinnen hochblicken muss, kommt in der D-Jugend recht selten vor. Auch die Torhüterin erinnerte an die biblische Geschichte von David gegen Goliath. Aber das Bange machen nicht gilt, zeigte sich dann kurze Zeit später auf der Platte. Kurz geschüttelt und drauf. Größe ist nicht alles und der Nervosität auf der Seite der HSG folgt die Verwunderung auf der anderen Seite. Vorne sorgen Leona und besonders „Lulu“ Layal für Knoten in den Beinen der Alfelderinnen und hinten machen Maya und Emely den Schwestern Schwantes das Leben schwer. Wenn an den beiden mal vorbeigekommen wird, springt sofort eine Teamkameradin helfend ein und im Tor steht auch noch „Chucky“ Charlotte. So können die Deistermädels sogar kurz in Führung gehen und an der Sensation schnuppern. Eine Führung von 4-2 nach 4 Minuten ist die Folge. Angriff um Angriff starten die Alfelderinnen und schaffen dann erst den ersten Ausgleich nach 7 Minuten. 5-5 steht es. Ein offenes Spiel und offene Münder bei den Fans. Wer hätte eine solche Leistung der HSG-Gäste erwartet? Die sicher geglaubten 2 Punkte sind auf einmal doch nicht mehr so sicher. Das Spiel geht hin und her und kostet viel Kraft. Die Gesichter sind rot, aber der Kampfeswille ungebrochen. Nach 11 Minuten steht es 7-7 und wir halten weiter ein Unentschieden. Leider schleichen sich dann ein paar leichtere Ballverluste ein und Alfeld kann in den nächsten Minuten in Führung gehen und sich bis zur Pause sogar mit drei Toren absetzen. 12-9 steht es, als zum Pausentee gepfiffen wird. Durchschnaufen. Ein wenig Niedergeschlagenheit herrscht zwar in der Kabine, aber wenn man bedenkt, dass ein Teil des Teams aus Spielerinnen besteht, die Jahrgang 2013 sind und Isabell sogar erst 2014, dann ist das Ergebnis überragend. In der andere Kabine wird jetzt bestimmt weiter vor den flinken und niemals aufgebenden kleinen Golden Girls gewarnt. So starke Gegner haben sie in dieser Saison noch nicht gehabt. Aber noch sind ja 20 Minuten Zeit um evtl. doch noch das ganz große Wunder zu schaffen.
Leona markiert auch gleich nach der Pause einen Treffer und verkürzt damit auf 10-12, aber Alfeld kann sofort zurückschlagen und noch ein Tor oben drauflegen. Somit führen sie zum ersten Mal mit vier Toren. Neben der nachlassenden Kraft, verschwindet jetzt auch ein klein wenig der Glaube an den Sieg. Bis Minuten 25 können Tore von Lulu und Leona zwar den Rückstand beim Stand von 13-15 wieder auf zwei Tore verkürzen, aber dann gibt es eine kleine Rangelei und sowohl Maya als auch eine Schwantes Schwester müssen Platz auf der Platte machen. Die Lücken kann Alfeld besser nutzen und sie schaffen drei Tore in Folge. Jetzt ist eine halbe Stunde gespielt und es steht 18-13 für Alfeld. Mittlerweile ist der Vorsprung zwar etwas zu hoch, aber die körperliche Überlegenheit macht sich jetzt mehr und mehr bemerkbar. 10 Minuten sind noch zu spielen als sich auch Leona nochmal für zwei Minuten ausruhen kann. Das lässt den Rückstand auf -7 anwachsen und die Kräfte weiter schwinden. Es wird zwar nochmal alles versucht, aber es gelingt leider nicht mehr viel. Die letzten Minuten kann Alfeld nochmal einen drauflegen und am Ende gewinnen sie die Partie mit 25-17.
Schade, die erste Niederlage für unsere Truppe, aber das Spiel hat gezeigt, dass man auch gegen größere Mädchen mithalten kann, solange die Kräfte reichen. Spielerisch war man auf Augenhöhe, aber in dem Alter sind die körperlichen Unterschiede leider manchmal ausschlaggebend. Doch in ein paar Wochen sieht man sich in der heimischen KGS-Halle nochmal zum Rückspiel und dann halten die Kräfte, mit den Zuschauern im Rücken, evtl. etwas länger. Und wer weiß was dann möglich ist!

Für die D-Jugend der Golden Girls spielten: Chucky (Tor), Lulu (9), Leona (5), Maya (3), Meret, Isabell, Lilli, Emely, Lili und Luise

Weitere Informationen zur HSG Jugend findet ihr auf: HSG Wennigsen/Gehrden Handballjugend

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